2007
Treffpunkt fleißiger
musikalischer Begabungen
Serenata Grabbiana bot hohes Niveau
Detmold (ans). In seinen Begrüßungsworten an die zahlreichen Besucher
der ersten Serenata Grabbiana in diesem Jahr bedankte sich
Schuldirektor Walter Hunger bei den vielen Instrumental- und
Gesangslehrern, die das Musikleben am Grabbe-Gymnasium begleiten. Ein
wichtiges Wort, das belegt, dass dieses Gymnasium noch immer ein
Treffpunkt fleißiger musikalischer Begabungen ist.
Professor Matthias Kirschnereit (selbst ehemaliger Grabbianer) und
Professor Tillmann Wieck weilten allerdings nicht unter den Gästen.
Ihre beiden Schüler oder besser Studenten spielen inzwischen schon in
der Liga, in der das eigene Spiel die Möglichkeit bietet, den
besonderen Kern klassischen Musizierens einem Publikum weit über die
große Familie eines Gymnasiums hinaus erlebbar zu machen. Annika und
Nico Treutler haben sich - und wie in Mendelssohns D-Dur Sonate für
Cello und Klavier überdeutlich zu hören war - in eine Form
hineingespielt, in der die Konzentration auf das Detail hinein fließt
in jene Schlüssigkeit eines gemeinsamen Geschehenlassens, die - um es
mit Arthur Schopenhauer zu sagen - jene so beglückende Befreiung von
jeglichem Müssen hörbar und fühlbar macht.
Die beiden bildeten also nicht nur den Schluss, sondern auch den -
vorbildlichen - Höhepunkt für jene, die sich ebenfalls anschicken
könnten, eine professionelle musikalische Karriere anzustreben. So
stellte sich Bonko Karadjov in einer berühmten Arie des Leporello aus
Mozarts Oper "Don Giovanni" als Bariton mit kernigem Ton und
ausgeprägter Gestaltungskraft vor, der von David Keönch am Klavier gut
begleitet wurde.
Intensiver
Ausdruck
Luise Höcker wandelt schon mit viel Gespür und an diesem Abend mit
ständig wachsender Sicherheit und Ausstrahlung auf dem mit Brillanten
so übersäten, aber eben deshalb so schweren Feld des romantischen
Kunstliedes, das von Gabriel Fauré mit der so gelungenen Mischung aus
Märchenhaftigkeit und Humor ungemein französisch erfunden wurde.
Zu nennen sind natürlich noch Victoria Duffin und Hellen Dabringhaus.
Beide schon als etablierter Talente seit längerem bekannt, bestätigten
sie ihr erfreuliches Fortschreiten ein weiteres Mal. Victoria Duffin
interpretierte gemeinsam mit Nathalie Martin Beethovens Sonate für Horn
und Klavier, wobei die junge Hornistin die hohen Ansprüche an ihr
Instrument souverän in das musikalische Geschehen einfließen lassen
konnte. Nathalie Martin wurde ihr mit intensivem Ausdruck und schönem
Formgefühl zu einer ebenbürtigen Partnerin. Die Flötistin Hellen
Dabringhaus übernahm ebenso souverän die von ihr sehr differenziert
geführte Führungsrolle in Friedrich Fescas Quartett für Flöte, Geige,
Bratsche und Cello, in dem Michael Ziethen, Christina Petersen und
Johannes Bent den Streichersatz bildeten, in dem jeder von ihnen hier
und da ebenfalls etwas in den Vordergrund rücken durfte.
Vor der Pause hatte noch der Chor der Sekundarstufe ll auf der Bühne
Aufstellung genommen, um unter Hanne Sentker drei Gesänge für
Frauenstimmen, Solosopran und Klavier von Giacchino Rossini zu singen,
die es mächtig in sich hatten. Den Solopart hatte Lena Höbel
übernommen, während Annette Arnsmeier am Klavier saß. Auch sie ernteten
alle sehr viel Beifall aus dem Publikum.
LZ vom 1. März 2007