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Serenata Grabbiana


Treffpunkt fleißiger
musikalischer Begabungen

Serenata Grabbiana bot hohes Niveau

Detmold (ans). In seinen Begrüßungsworten an die zahlreichen Besucher der ersten Serenata Grabbiana in diesem Jahr bedankte sich Schuldirektor Walter Hunger bei den vielen Instrumental- und Gesangslehrern, die das Musikleben am Grabbe-Gymnasium begleiten. Ein wichtiges Wort, das belegt, dass dieses Gymnasium noch immer ein Treffpunkt fleißiger musikalischer Begabungen ist.

Professor Matthias Kirschnereit (selbst ehemaliger Grabbianer) und Professor Tillmann Wieck weilten allerdings nicht unter den Gästen. Ihre beiden Schüler oder besser Studenten spielen inzwischen schon in der Liga, in der das eigene Spiel die Möglichkeit bietet, den besonderen Kern klassischen Musizierens einem Publikum weit über die große Familie eines Gymnasiums hinaus erlebbar zu machen. Annika und Nico Treutler haben sich - und wie in Mendelssohns D-Dur Sonate für Cello und Klavier überdeutlich zu hören war - in eine Form hineingespielt, in der die Konzentration auf das Detail hinein fließt in jene Schlüssigkeit eines gemeinsamen Geschehenlassens, die - um es mit Arthur Schopenhauer zu sagen - jene so beglückende Befreiung von jeglichem Müssen hörbar und fühlbar macht.
Die beiden bildeten also nicht nur den Schluss, sondern auch den - vorbildlichen - Höhepunkt für jene, die sich ebenfalls anschicken könnten, eine professionelle musikalische Karriere anzustreben. So stellte sich Bonko Karadjov in einer berühmten Arie des Leporello aus Mozarts Oper "Don Giovanni" als Bariton mit kernigem Ton und ausgeprägter Gestaltungskraft vor, der von David Keönch am Klavier gut begleitet wurde.

Intensiver
Ausdruck

Luise Höcker wandelt schon mit viel Gespür und an diesem Abend mit ständig wachsender Sicherheit und Ausstrahlung auf dem mit Brillanten so übersäten, aber eben deshalb so schweren Feld des romantischen Kunstliedes, das von Gabriel Fauré mit der so gelungenen Mischung aus Märchenhaftigkeit und Humor ungemein französisch erfunden wurde.
Zu nennen sind natürlich noch Victoria Duffin und Hellen Dabringhaus. Beide schon als etablierter Talente seit längerem bekannt, bestätigten sie ihr erfreuliches Fortschreiten ein weiteres Mal. Victoria Duffin interpretierte gemeinsam mit Nathalie Martin Beethovens Sonate für Horn und Klavier, wobei die junge Hornistin die hohen Ansprüche an ihr Instrument souverän in das musikalische Geschehen einfließen lassen konnte. Nathalie Martin wurde ihr mit intensivem Ausdruck und schönem Formgefühl zu einer ebenbürtigen Partnerin. Die Flötistin Hellen Dabringhaus übernahm ebenso souverän die von ihr sehr differenziert geführte Führungsrolle in Friedrich Fescas Quartett für Flöte, Geige, Bratsche und Cello, in dem Michael Ziethen, Christina Petersen und Johannes Bent den Streichersatz bildeten, in dem jeder von ihnen hier und da ebenfalls etwas in den Vordergrund rücken durfte.
Vor der Pause hatte noch der Chor der Sekundarstufe ll auf der Bühne Aufstellung genommen, um unter Hanne Sentker drei Gesänge für Frauenstimmen, Solosopran und Klavier von Giacchino Rossini zu singen, die es mächtig in sich hatten. Den Solopart hatte Lena Höbel übernommen, während Annette Arnsmeier am Klavier saß. Auch sie ernteten alle sehr viel Beifall aus dem Publikum.
LZ vom 1. März 2007