Exkursion nach Savonlinna

Mittagessen um halb elf
In Finnland sind die Verhältnisse manchmal etwas andersVon Maxi Weiß
Donnerstag, 14:30 Uhr: Abfahrt am Kronenplatz. Wir sind 3 Stunden
bis nach Düsseldorf unterwegs und steigen dort um 9 Uhr in den Flieger
nach Helsinki. Schon in der Luft sehen wir die ersten Anzeichen fuer
neue klimatische Verhältnisse: Kurz vor Helsinki rasen Schneeflocken an
uns vorbei. Nach der Landung im ,,Schneesturm" wurden wir zu unserem
Hotel gefahren.
Freitag: Nach einem selbstorganisierten Frühstueck
lassen wir die Hauptstadt schon wieder hinter uns und machen uns auf
den Weg nach Savonlinna. Dabei nehmen wir die längere Ostroute an der
russischen Grenze entlang. Außerdem besuchen wir den Originaldrehort
des Films ,,Doktor Shivago", Porvoo, und machen erste Erfahrungen mit
dem Schnee. Nach einer langen, aber sicheren Fahrt durch weiße
Landschaften beziehen wir schließlich Quartier in ,,Knut Posse". Die ,,Taidelukio" (zu Deutsch: Kunstgymnasium) sendet uns eine Delegation,
die uns zum Pizza-Essen einlädt, und wir treffen die beiden
Schul-Zivis, die wir bald wiedersehen.
Samstag und Sonntag: Auf den unzähligen Seen, die
man zu dieser Jahreszeit nicht nur ansehen, sondern auch begehen kann
(durchgehend -5 Grad), machen wir einen langen Spaziergang. Wir
besichtigen die Burg Olavinlinna von mehreren Seiten und sind auf der
Suche nach einer guten ,,Abfahrt" zum Schlittenfahren. Auch besuchen wir
die größte Holzkirche der Welt in Kerimäki (im Hintergrund auf dem
Foto zu sehen). Im Hotel bringen wir schonmal unsere Instrumente für
die kommenden Konzerte in Stimmung. Das abendliche Highlight ist die
Sauna in Zimmer 706: Drei Gänge mit Minz-Aufgüssen und anschließendem ,,Entschlackungsgang", zwischen denen wir uns im Schnee abkühlen.
Montag: Nach dem Kosten einer finnischen ,,Spezialität" - so etwas wie Haferschleim mit Roter Grütze - in der
Kunstschule als Frühstück serviert - fahren wir zu zwei Kurzauftritten vor
Schülern der ,,Mertala"-Grundschule (auch hier wird als besondere
Spezialität Haferschleim serviert - zum Mittagessen um 10:30 Uhr). Die
Schüler verhalten sich bemerkenswert ruhig und gesittet ;)
Nun sitzen wir hier in der Taidelukio und haben gerade eine kleine
Führung durch die exzellent ausgestatteten Kunst- und Musikräume
hinter uns (unter anderem ca. 25 neue iMacs in zwei Computerräumen).
Dienstag: Auch diesen Morgen kommen wir in den Genuss der finnischen
Spezialität (zugegeben: man gewöhnt sich dran. Es handelt sich
uebrigens um ganz normales "Porridge", also Haferbrei.) Dem fruehen
Aufstehen (8 Uhr nach finnischer Zeit) zum Trotz hängen wir direkt eine
ausgiebige Probe in der Schulaula "Melatinsalli" dran - fuer den
Auftritt im "Promenadikonserti" am heutigen Abend. Mittags haben wir
einen kurzen Auftritt in einem örtlichen Altenheim, den wir leider ohne
Klavier bestreiten muessen - einige Damen und Herren erkannten unsere
Melodien trotzdem wieder und freuten sich. Abends dann die grosse
Auffuehrung: Wir eroeffnen das dreieinhalbstuendige Konzert, in dem
Klassik, Pop- und Volksmusik bunt gemischt sind, mit drei von unseren
Stuecken und kommen damit ziemlich gut an. Dann lassen wir die Nacht
beim "Grilli" mit einem "Hampurilainen (Hamburger)" ausklingen.
Mittwoch und Donnerstag: Wir verabschieden uns von unseren
Gastgebern in der Schule und machen uns auf den Weg nach Helsinki.
Dabei kommen wir auch am Skisprungort "Lahti" vorbei und wohnen sogar
einigen Probespruengen finnischer Springer bei. Nachdem wir unser Hotel
bezogen haben, schlagen wir uns in einem AllYouCanEat-Restaurant den
Bauch voll.
Donnerstag: Morgens besichtigen wir ein paar von Helsinkis Attraktionen: den Dom (wo wir unser obligatorisches Gruppenfoto machen), die russisch-orthodoxe Kirche, den Hafen mitsamt angrenzender Markthalle. Wir haben nicht viel Zeit, denn schon um 13 Uhr legt die kleine Fähre ab, die uns zur anliegenden Insel Suomenlinna bringt (stolze 850 Einwohner). Uns begleitet dabei der langjährige Salonkiorkesteri-Freund Peter Sandin mitsamt seiner Familie, der uns sogar auf eine Suppe einlädt. Wir machen danach einen Inselrundgang, auf dem wir die alten Festungsanlagen besichtigen, die Helsinki seit dem Mittelalter vor seinen Feinden beschuetzen. Wieder zurück auf dem Festland haben wir ein bisschen Zeit für uns, in der auch dieser Bericht gerade geschrieben wird ;)
Freitag werden wir dann hoffentlich gesund und munter wieder in Düsseldorf landen. Die sibirischen Kälten haben wir ja ,,leider" verpasst: Ab Samstag soll es in Helsinki wieder Temperaturen von -20 Grad annehmen.
Euer Salonorchester