Kommentar
Der steinige Weg zum Erfolg
Von David Strauch und Oliver Stegemeier
Die
Unternehmung ,,Joseph" stand zunächst unter keinem guten Stern.
Vorbereitungen und Proben zogen sich in die Länge, die Projektleitung
wechselte mehrfach und eine Aufführung erschien plötzlich als
unrealisierbar.
Bis Maximilian Weiß, Benedikt Brenk und Philipp
Böing das Ruder in die Hand nahmen und die Proben vorantrieben. Mit dem
Argument: Wenn wir jetzt aufstecken, dann haben wir Texte
vergeblich auswendig gelernt und sinnlos monatelange Vorbereitungen auf
uns genommen. Diese drei Schüler der Jahrgangsstufe 11 reorganisierten
das komatöse Projekt fast im Alleingang. Sie engagierten
erstaunlich viele Schüler und Bekannte für Haupt- und Nebenrollen und
bewerkstelligten einen reibungslosen Ablauf innerhalb der sehr
heterogenen Gruppe, die auf und hinter der Bühne tätig war.
Nun
halfen auch Lehrer bei der Beschaffung der Requisiten und Organisation
der musikalischen Begleitung mit und griffen dem Team immer
stärker unter die Arme.
Die neue Projektleitung dachte an alles: die
nötige Werbung, passende Kostüme, überzeugende Schauspieler, gute
Sänger, engagierte Helfer, ein fähiges „Orchester“ und das starke
Gefühl, das die Zuschauer bei den Aufführungen mitten ins Herz traf.
Das Produkt geriet am Ende trotz aller Strapazen - oder vielleicht eben
deswegen - grandios.
Die Zuschauer der Premierenvorstellung
brachten den Darstellern am Ende der Aufführung „standing ovations“
entgegen und kamen am folgenden Tag aus dem Schwärmen nicht mehr
heraus, so dass die Publikumsresonanz in den folgenden zwei
Vorstellungen noch weiter wuchs und die Schulaula in der
Abschlussvorstellung restlos ,,ausverkauft" war. Kein Sitzplatz mehr zu
haben.
Schauspielerisch unglaublich präsent und gesanglich
perfekt agierte Hauptdarsteller Philipp Böing und rackerte wie eine
Lokomotive, die alle Waggons mitreißt und der Aufführung den großen
Bahnhof verschafft. Auch alle anderen Darsteller waren bemüht, eine
hervorragende Leistung abzuliefern, und taten dies mit Bravour. Am Ende
jeder Vorstellung gab es niemanden im Raum, der nicht begeistert war.
Alle trampelten und klatschten und freuten sich über die erfolgreiche
Umsetzung dieses Mammutprojekts, das zu Recht sogar von der
Tageszeitung gelobt und mit einem großformatigen Artikel honoriert
wurde.
Im schulinternen Homepage-Forum wird die
Aufführung inzwischen als musikalische Unternehmung mit
Beispielcharakter gewertet. Wen wundert's da noch, dass im Gästebuch
auch die erste Liebeserklärung an die Akteure formuliert worden ist?
Schließlich haben sie sich in unsere Herzen gesungen.