2006 in Detmold
Mit diesen beiden Konzerten stellt das Jugendorchester seine neue CD vor.
Das Concertino für zwei Hörner und großes Orchester von Friedrich
Kuhlau mit den Solisten Victoria und Carsten Duffin war Teil des
Programms im März, die Sinfonia für acht obligate Pauken und Orchester
von Johann Fischer mit Manuel Westermann an den Solo-Instrumenten im
Juni 2005. Das dritte Werk hören Sie heute: Der Huldigungsmarsch aus
„Sigurd Jorsalfar“ von Edvard Grieg.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Schon seit über zehn Jahren existiert der Orchesteraustausch des
Detmolder Jugendorchesters (DJO) mit dem Orchester der McLean High
School in einem Vorort von Washington. Die Reise des DJO in die USA vom
12. bis 20. Mai im vergangenen Jahr gelang wegen der allgemein
bekannten Veruntreuung des Geldes durch den Leiter des betreuenden
Reisebüros nur durch die großzügige Hilfe von verschiedenen Seiten.
Das Jugendorchester freut sich in diesem Konzert die Partner aus USA
neben sich an den Pulten zu haben, gemeinsam musizieren und feiern zu
können. Dieser Gegenbesuch erhält und festigt die gerade geknüpften
Verbindungen der Musiker untereinander.
Wir danken der Leiterin, Frau Gretta Sandberg, sowie ihren Begleitern,
dass sie die Mühen der Organisation einer solchen Fahrt auf sich
genommen haben! Thank you!
Für Getränke bei der Abschiedsparty sorgt Meinberger Brunnen
Programm
Edvard Grieg (1843 - 1907)
Huldigungsmarsch op. 22
aus der Bühnenmusik zum Schauspiel „Sigurd Jorsalfar“
Sergej Prokofjew (1891 - 1953)
Peter und der Wolf op. 67
Sinfonisches Märchen für Kinder
Sprecher: Maximilian Streicher (Jg. 13)
Pause
Edvard Grieg (1843 - 1907)
Peer Gynt Suiten I op. 46 und II op. 55
Morgenstimmung Åses Tod
Anitras Tanz In der Halle des Bergkönigs
Brautraub (Ingrids Klage) Arabischer Tanz
Peer Gynts Heimkehr Solvejgs Lied
Aaron Copland (1900 - 1990)
Our Town
Music from the film score
Leonard Bernstein gewidmet
Leonard Bernstein (1918 – 1990)
Selections from „West Side Story“
arr. Jack Mason
Über die Komponisten
Edvard Grieg: Huldigungsmarsch aus „Sigurd Jorsalfar“ op. 22
Suiten zu „Peer Gynt“ op. 46 und 55
Grieg war ein Dramatiker, der sein Leben lang eine Oper schreiben
wollte; es blieb jedoch bei drei Bühnenmusiken: „Sigurd Jorsalfar“
(1872), ein Bühnendrama, das die Suche nach nationaler Identität im
nordischen Altertum zum Vorwurf hat, „Olav Trygvason“ und „Peer Gynt“.
Edvard Grieg war gerade 30 Jahre alt, als Henrik Ibsen ihn 1874
anregte, ihm Musik zu seinem Drama „Peer Gynt“ zu schreiben. Da er
finanziell gerade etwas knapp war, nahm Grieg das Angebot sogleich an,
brauchte jedoch anderthalb Jahre, bis er die Partitur fertig gestellt
hatte. Wie auch andere Komponisten haderte er sehr mit sich und war mit
seiner Arbeit nicht zufrieden. Der Uraufführung des Bühnenstücks am 24.
Februar 1876 in Oslo blieb Grieg fern: aus Angst vor einer
Enttäuschung. Das Publikum aber nahm die Musik begeistert auf, so
begeistert, dass Grieg aus den beliebtesten Stücken 1888 und 1893 seine
beiden je viersätzigen Peer-Gynt-Suiten formte, die heute Griegs
andauernden Ruhm wesentlich begründen.
„Peer Gynt“, der sympathische Herumtreiber, Lügenbold und Tunichtgut,
dem es genügt, sich selbst zu verwirklichen, der laut und selbstsicher
durch die Welt irrt, sich auf der Suche nach Liebe, Abwechslung,
Vergnügen und Abenteuer in eine Traumwelt hinein lebt, der von Trollen
gejagt wird und den es bis nach Marokko verschlägt, der am Ende um
seine Seele kämpft und erkennen muss, sein Leben sei umsonst gewesen,
der schließlich von Solvejg erlöst wird, die sein Leben lang auf ihn
gewartet hat – dieser „Peer Gynt“ war Edvard Grieg eine Inspiration zu
einer ungeheuer bilderreichen Musik. Die Jagd der Trolle, der groteske
Tanz der Tochter des Bergkönigs, der verführerische Bauchtanz Anitras,
die Melancholie von Åses Tod, die stürmisch-strahlende völlig
unromantische Heimkehr: jeder Satz ist ein Kleinod für sich.
Sergej Prokofjew: Peter und der Wolf (1936)
Die von jedem Kind geliebte Musik entstand nach der Rückkehr des
Komponisten in seine russische Heimat im Sinne des „Sozialistischen
Realismus“. Der „Pionier Petja“ nimmt mutig den Kampf mit der gierigen
kapitalistischen Welt auf: »Pioniere wie er haben keine Angst vor
Wölfen.«
Leonard Bernstein: West Side Story (1957)
Dieses Werk, zwischen Musical und Oper rangierend, präsentiert das
„Romeo und Julia“ Sujet auf einer aktuellen amerikanischen Ebene. Die
„Selections“ fassen die populärsten Ideen des Komponisten in einem
reizvollen Arrangement zusammen.
Aaron Copland: Our Town (1940)
Der Name Aaron Copland, Sohn eines litauischen Einwanderers, wird
häufig gleich gesetzt mit amerikanischer Musik. Seine Werke zeichnet
ein dezenter Modernismus sowie bunte, farbenfrohe Orchestrierungen aus,
eigenständig und vom europäischen Einfluss abgewandt. Neben dem
Schaffen für den Konzertsaal, hat er auch – wie in diesem Beispiel –
umfangreich für die „Traumfabrik Hollywood“ gearbeitet.
Udo Mönks
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