Das Programm
Die Abfolge
Johann Christian Bach (1735 – 1782)
Sinfonia für Doppel-Orchester
Op. 18 Nr. 3
Camille Saint-Saëns (1835 – 1921)
Concerto pour Violoncelle et Orchestre
No. 1 en la mineur Op. 33
Solist: Nico Treutler
Pause
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847)
Ouvertüre zum Oratorium Paulus
Op. 36
George Gershwin (1898 - 1937)
An American in Paris
Suite Arr.: John Whitney
Claude Michel Schönberg (* 1944)
Selections from LES MISÉRABLES
Arr.: Bob Lowden
Erläuterungen
Johann
Christian Bach, der jüngste und in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts berühmteste Bach-Sohn, wird auch der „Mailänder“ oder
„Londoner“ Bach genannt. In seinen Werken wird zunehmend seine
Bedeutung als Meister des „galanten Stils“ erkannt, der mit seiner
Vereinigung von italienischen und deutschen Form- und
Ausdruckselementen der Klassik die Wege gebahnt und vor allen Dingen
den „cantablen“ Stil seines großen Verehrers Mozart vorbereitet hat.
Die
D-Dur - Sinfonia für Doppelorchester stammt aus den Jahren 1774 – 77
und zeigt besonders im langsamen Satz den ganzen Zauber seiner süßen
italienischen Melodik, gepaart mit deutscher Gemütstiefe (Fritz Stein,
im Vorwort der Peters-Partitur).
Das außerordentliche
musikalische Talent des französischen Pianisten, Organisten,
Musikpädagogen und Komponisten Camille Saint-Saëns wurde früh entdeckt
und gefördert. Nach Musikstudium und Organistentätigkeiten in Paris
widmete er sich ab 1865 hauptsächlich der Komposition und der Lehre.
Motiviert durch den deutsch-französischen Krieg setzte sich Saint-Saëns
für eine nationale französische Musik ein.
Dieser Gesinnung
entsprang im Jahr 1872 auch das Konzert für Violoncello und Orchester
Nr. 1 a-Moll op. 33. Es verabschiedet sich von der traditionellen Form
des mehr- bzw. dreisätzigen Solokonzertes. Der Komponist schuf vielmehr
ein Werk aus einem Guss, das lediglich durch neue Themeneinsätze oder
andere Tempobezeichnungen gegliedert wird. Die häufig wechselnde
Aufgabenverteilung zwischen dem Solisten und dem Orchester zieht sich
durch das gesamte Konzert.
Auch die Regeln der Sonatenhauptsatzform,
die bis zur Romantik im Allgemeinen dem Kopfsatz zu Grunde liegen,
werden freier behandelt. Die Exposition wird vom Solocello mit dem
Hauptthema eröffnet. Das Orchester, zu Anfang klar in begleitender
Funktion, folgt dann ebenfalls mit dem Hauptthema, während das
Solocello in den Hintergrund rückt. Danach kann es aber im lyrisch
klagenden Seitenthema wieder seine klanglichen Möglichkeiten entfalten.
Ein tänzerischer, aber verhalten schwebender zweiter großer
Abschnitt des Konzertes tritt an die Stelle eines langsamen Satzes.
Nach einer Wiederaufnahme des ersten Hauptthemas entwickelt sich der
sehr kontrastreiche dritte Abschnitt. Ruhige expressive Melodien
wechseln sich hier mit forschen Fanfarenklängen und raschen
Sechzehntelketten ab, bevor ein kurzer, völlig neuartiger Teil in A-Dur
das Konzert wie ein „Rausschmeißer“ beschließt.
Nico TreutlerDer
1988 in Bielefeld geborene Nico Treutler erhielt mit knapp 6 Jahren
seinen ersten Cellounterricht bei Claus Hütterott in Paderborn. Bei
zahlreichen Teilnahmen am Wettbewerb Jugend musiziert zwischen 1998 und
2003 errang er 1. Preise auf Landes- und Bundesebene. Seit Herbst 2001
unterrichtet ihn Prof. Tilmann Wick, der an der Hochschule für Musik
und Theater Hannover lehrt. Dort wurde Nico Treutler zum Wintersemester
2005/2006 als Jungstudent aufgenommen. Den Cellisten des Detmolder
Jugendorchesters gehört Nico Treutler seit 7 Jahren an, seit 2005 auch
als Stimmführer. Außerdem nahm er regelmäßig bei der
Kammermusikveranstaltung Serenata Grabbiana teil.
Gern macht das Jugendorchester auf seine neue CD aufmerksam.
Im Foyer kann sie erworben werden.
Eingespielte
Werke: Das Concertino für zwei Hörner und großes Orchester von
Friedrich Kuhlau mit den Solisten Victoria und Carsten Duffin war Teil
des Programms im März, die Sinfonia für acht obligate Pauken und
Orchester von Johann Fischer mit Manuel Westermann an den
Solo-Instrumenten im Juni 2005. Der Huldigungsmarsch aus „Sigurd
Jorsalfar“ von Edvard Grieg erklang im Konzert Anfang 2006 gemeinsam
mit dem Orchester der McLean High School.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Schon
seit über zehn Jahren existiert der Orchesteraustausch des Detmolder
Jugendorchesters (DJO) mit dem Orchester der McLean High School (MHSO
)in einem Vorort von Washington, DC. Gerade haben wir vom 24. Mai bis
02. Juni unsere Partner wieder besucht und nach gemeinsamen Proben ein
interessantes und an Abwechslung reiches Programm aufgeführt, in das
auch der dortige Schulchor eingebunden war. Einen Teil des
„amerikanisch bunten“ Programms bietet das DJO nach der Pause.
Die
enge Folge von Besuch und Gegenbesuch wird im Januar 2008 fortgesetzt,
wenn das MHSO nach Detmold kommt. So ist ein intensives Kennenlernen
der Jugendlichen möglich, das einen regen Gedankenaustausch und echte
Freundschaften zur Folge hat.
Das Jugendorchester wird unterstützt von
BRUDERHILFE-PAX-FAMILIENFÜRSORGE.